Samstag, 26. November 2016

REZENSION: "Flammendes Erwachen (Falling Kingdoms #1)" (Morgan Rhodes)

Copyright Goldmann Verlag

Titel: Flammendes Erwachen (Falling Kingdoms #1)
Autor: Morgan Rhodes
Genre: Fantasy / Jugendroman
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr: 2015
Format: Taschenbuch mit Klappenbroschur (9,99 €)
Seiten: 448
ISBN: 978-3-442-48339-6


Schon seit mehreren Jahren stehen sich die drei Königreiche Bellos, Limeros und Paelsia feindlich gegenüber. Die Fronten verhärten sich noch mehr, als bei einem Ausflug der Prinzessin von Bellos, Cleo, ein limerischer Weinhändler ums Leben kommt. Jonas, der Bruder des jungen Mannes, sinnt auf Rache und sucht dafür Hilfe beim Herrscher von Paelsia. Währenddessen streift Cleo durch Limeros auf der Suche nach der Magierin, die die alte Magie der Elemente wiederewecken kann, um ihr Königreich damit zu retten - und begibt sich dabei erneut in Gefahr. Denn nicht nur Jonas hält Ausschau nach ihr, sondern auch Magnus, der Thronfolger von Limeros, während sein Vater bereits die Waffen zum Kampf schmiedet...

Die Aufmachung der Neuauflage finde ich definitiv ansprechender als die der vorigen. Vielleicht sticht es nicht neben ähnlichen Titeln heraus, aber es ist stimmig und zeigt klar, worum es geht.
Die ersten Seiten bzw. Kapitel sind mir mehr oder weniger sauer aufgestoßen. Ich befürchtete nämlich, dass die Falling Kingdoms-Reihe ein Abklatsch von Game of Thrones werden würde. Zum einen, weil einer der Charaktere Theon heißt (obwohl er zugegebenermaßen mit dem GoT-Theon nicht viel gemein hat), zum anderen, weil sich eine inzestuöse Beziehung andeutet und diverse Personen die Fähigkeit haben, sich in Raben zu verwandeln. Mal ganz abgesehen davon, dass sich auch hier mehrere (aber bei weitem nicht so viele) feindlich gesinnte Herrscher mit ihren Ländereien gegenüberstehen. Auch wenn ich die Reihe eigentlich gerade deshalb ausgewählt habe, weil ich eine Story in einer ähnlichen Welt wie GoT haben wollte, waren mir das am Anfang zu viele Parallelen. Es sah aus, als würde Rhodes einfach eine Jugend-Variante der Serie präsentieren. Ich habe diese Meinung dann im Laufe des Buches revidiert, da sich die einzelnen Handlungskomponenten ganz anders entwickeln als ich befürchtet habe. Natürlich geht es im Wesentlichen um Macht, Krieg, Liebe und Leidenschaft, aber das sind eben die genrespezifischen Kernelemente. Nachdem ich das nun also erkannt hatte, gefielen mir die Geschichte und die Hauptfiguren (mit einigen Ausnahmen) wesentlich besser. 
Mein wesentliches Problem war nun, dass mich die Geschichte nicht durchgehend zu fesseln wusste. Der Einstieg verlief (aus den oben genannten Gründen) etwas schleppend, sodass es eine Weile gedauert hat, bis ich mit den Charakteren warm wurde. Es gibt keinen Romanhelden, mit dem ich mich besonders gut identifizieren konnte oder dessen Schicksal mich besonders interessieren würde. Die Heranwachsenden, um die es hier geht (Cleo, Magnus, Jonas und z.T. auch Lucia) sind alle mehr oder weniger fehlbar, handeln nicht immer nachvollziehbar, aber haben doch das Herz am rechten Fleck, auch wenn sie das nicht immer nach außen hin zeigen können. Dadurch, dass die Geschichte immer zwischen diesen einzelnen Perspektiven wechselt, lernt man sie und ihre Motive zwar recht gut kennen, aber wie gesagt, wollte der Funke bei mir noch nicht ganz überspringen. Vielleicht gibt sich das, sobald etwas mehr passiert ist.  
Auch bei manchen emotionalen Entwicklungen bin ich mir noch nicht sicher, wie ich zu ihnen stehe. Teilweise waren sie mir zu rasant (besonders die bei Cleo) und dadurch nicht authentisch genug, aber angesichts der späteren Ereignisse war es nachvollziehbar, warum das so sein "musste".
Gut fand ich allerdings, dass trotz diverser Kämpfe das Geschehen nicht ganz so blutig wirkt und sich die Charaktere auch (noch nicht) allzu abartig verhalten. Man muss also nicht zu den Hartgesottenen gehören, um den Reihenauftakt ohne Alpträume zu überstehen. Das kam mir persönlich sehr entgegen. Man muss aber dennoch damit rechnen, dass es bereits in diesem ersten Band einige unerwartete Tode gibt, weshalb man es sich wohl zwei Mal überlegen sollte, an wen man sein Herz hängt. 

Der erste Band der Falling Kindoms-Reihe hat definitiv das Potenzial, eine mitreißende, teilweise unvorhersehbare Geschichte im Stile von (aber keineswegs identisch mit) Game of Thrones zu werden. Zu den Protagonisten fehlt mir jedoch noch die innere Bindung, sodass der Suchtfaktor meinerseits erstmal ausbleibt.  



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