Freitag, 4. August 2017

REZENSION: "Das Glück und wir dazwischen" (Taylor Jenkins Reid)

Copyright Diana Verlag


Titel: Das Glück und wir dazwischen
Autor: Taylor Jenkins Reid
Genre: Roman / Liebesroman
Verlag: Diana Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Format: Taschenbuch mit Klappenbroschur (12,99 €), E-Book
Seiten: 399
ISBN: 978-3-453-29177-5

Nach Jahren, in denen sie immer in Bewegung gewesen ist, zieht Hannahs zurück in ihre Heimatstadt Los Angeles. Es soll ein Neuanfang sein, aber gleichzeitig ist es auch eine Möglichkeit, an ihre Vergangenheit anzuknüpfen. Denn Ethan, ihre große Jugendliebe, wohnt noch immer dort und an ihren Gefühlen für ihn hat sich nicht viel geändert. Doch als sie sich gleich an ihrem ersten Abend zurück in LA in einer Bar wiedersehen, entscheidet sich Hannah dafür, mit ihrer besten Freundin Gabby nach Hause zu gehen statt mit Ethan. Kurz darauf wird sie von einem Auto angefahren und landet im Krankenhaus, wo sie für die nächsten Monate ans Bett gefsselt ist. Ist dies wirklich der Weg, den das Schicksal für sie vorgesehen hat? Wie wäre der Abend (und ihre Zukunft) verlaufen, wenn sie bei Ethan geblieben wäre? Plötzlich findet sich Hannah in zwei Versionen ihres Lebens wieder: In einer wird sie angefahren und muss sich mit der Hilfe von ihrer Familie, ihren Freunden und dem Pfleger Henry zurück ins Leben kämpfen. In der anderen bleibt sie unversehrt und schafft sie sich eine Zukunft mit Ethan. Doch welcher Weg führt zum Happy End?

Auch wenn die Gestaltung nicht sonderlich aufregend ist, finde ich sie doch ansprechend. Im heimischen Buchregal ist das Buch ein schöner Farbtupfer.

Nach einem neuen Roman von Taylor Jenkins Reid habe ich bewussst Ausschau gehalten, nachdem ich Neun Tage und ein Jahr von ihr gelesen und es mir soweit ganz gut gefallen hatte. Im Prolog keimte bei mir zwar die Befürchtung, dass es mir nicht ganz zusagen würde (das lag daran, dass ich es nicht leiden kann, wenn Personen wildfremden Menschen ihre halbe Lebensgeschichte erzählen, auch wenn das hier dazu dienen sollte, Hintergrundinformationen zur Protagonstin Hannah zu sammeln), aber schon bald konnte ich diese Ängste hinter mir lassen. Wenngleich ich also nicht sofort hin und weg von Hannah gewesen bin, so konnte ich doch auch keine Abneigung gegen sie entwickeln. Im Gegenteil: Mit jedem Satz, jeder Entscheidung, jeder neu offenbarten Facette ihres Wesens ist sie sozusagen in meiner Gunst gestiegen - vollkommen unabhängig davon, welche "Version" ich gerade vor der Nase hatte. Falls ihr euch jetzt fragt, was ich mit "Version" meine: Der Clou von Das Glück und wir dazwischen sind die zwei Handlungsverläufe. Gleich am Anfang wird der Roman in zwei Geschichten, die zeitgleich stattfinden, separiert. In beiden ist Hannah die Protagonistin, nur wird sie in der ersten Version von einem Auto angefahren, während sie in der zweiten Version davon verschont bleibt. Das Tolle daran ist, dass es zwar durchaus Überschneidungen in den Ereignissen und in den Figurenkonstellationen (Gabby, Ethan, Mark und Henry kommen in beiden "Sub"-Geschichten vor) gibt, aber sie im Wesentlichen vollkommen andere Wege beschreiten - vor allem, was Hannahs Liebesleben betrifft. Beide Lebensentwürfe fand ich super gelungen, da sie beide turbulent sind, einige Höhe- sowie einige Tiefpunkte aufweisen und insbesondere, weil sie gleichwertig nebeneinander standen. (Vorsicht - Mini-Spoiler: Es gibt in diesem Fall am Ende keine "einzige Wahrheit", d.h. beide Verläufe sind gleichermaßen real. Es gibt kein "Entweder ... oder", sondern die Versionen präsentieren im Sinne der Paralleluniversen-Theorie [von der ich ein großer Fan bin] sogar gerade einmal zwei von unendlich vielen Möglichkeiten. Die Autorin hätte also noch wesentlich mehr Alternativen niederschreiben können.)
Im Großen und Ganzen war ich also positiv vom Roman überrascht. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Spannungskurve noch etwas steiler hätte verlaufen können, denn die ein oder andere Länge war durchaus dabei und die Enden waren zwar befriedigend, aber auch nicht spektakulär.
In Bezug auf die Charaktere bleibt mir noch zu sagen, dass sie (besonders Hannah und Gabby) umfangreich dargestellt wurden, sodass man ein gutes Bild von ihren Persönlichkeiten bekommt. Keiner von ihnen ist perfekt, wodurch sie authentisch auf mich wirkten. Einen Antagonisten gibt es nicht direkt, allerdings gibt es Figuren, die ich mehr oder weniger gut leiden konnte. Auch, was Hannahs Love-Ineterests betrifft, hatte ich einen klaren Favoriten, was mich aber nicht daran gehindert hat, beide Versionen gleichermaßen zu genießen.


Nach anfänglicher Skepsis meinerseits hat sich Reids aktueller Roman - dank tollen Charakteren und guter Plots (Plural!) mich schließlich doch in seinen Bann gezogen. Kleinere Schwächen sind zwar vorhanden gewesen, aber nicht weiter störend. Mir persönlich gefiel er sogar besser als Neun Tage und ein Jahr.



Die Danksagung richtet sich diesmal an den Diana Verlag, der mir freundlicherweise ein Leseexemplar zugesandt hat.

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