Freitag, 8. Dezember 2017

BLOGTOUR: Reise nach Houston Hall #2 - Was ist Houston Hall?



Alles einsteigen! Heute treten wir eine spannende Reise ins raue Schottland an und besuchen ein Geheimnis umwittertes Anwesen, auf dem sich allerhand Merkwürdigkeiten abspielen. Kommt mit nach Houston Hall und lasst uns gemeinsam herausfinden, was die altgediente Haushälterin Beatrix uns über ihren Hausherrn und diesen Jahrhunderte alten Ort zu sagen hat...

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Wir schreiben das Jahr 1963 und wir beginnen unsere Reise im historischen Edinburgh, von wo aus wir uns auf die Suche machen nach einem gewissen Anthony Houston. Er ist Anwalt und soll eine schreckliche Tragödie erlebt haben - so zumindest lauten die Gerüchten. Ein Informant hat uns zugeflüstert, dass Anthony Houstons ganze Familie unter mysteriösen Umständen getötet wurde und dass es sich lohnt, dieser Spur nachzugehen. Schließlich übt eine solche Tat, wenn sie auch grausam und furchtbar ist, eine sonderbare Faszination auf so manchen Freund von Mysterien und Legenden aus. Und wer weiß, vielleicht stoßen wir ja auf eine haarsträubende und leidenschaftliche Geschichte - ein bisschen Romantik gehört schließlich zu jeder guten Geschichte dazu, oder? ;)

Von Edinburgh aus geht es weiter nach Houston Hall, dem Gerede nach ein imposantes, altes Anwesen nahe Dirleton Castle an der Küste. Ein wenig ratlos schauen wir in den Himmel - da oben braut sich ein mächtiges Unwetter zusammen und die ersten schweren Tropfen klatschen bereits auf unsere Köpfe. Nicht gerade das ideale Wetter, um mit dem Oldtimer, den wir uns der Atmosphäre wegen bei unserer Ankunft in Edinburgh gemietet haben, an der Küste entlang zu fahren. Wer weiß, ob die Scheibenwischer das überhaupt schaffen? Aber nun sind wir einmal hier und auch wenn sich allmählich gemischte Gefühle in uns ausbreiten - jetzt gibt es kein Zurück mehr.

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Es ruckelt und zuckelt, der mittlerweile tobende Sturm wirft den Metallsarg auf Rädern hin und her und ich bin mir sicher, den Schluck aus dem Flachmann zu Beginn der Reise hätte ich mal lieber sein lassen. Aber was soll ich tun? Wenn ich einer solch spannenden und herrlich schaurigen Geschichte wie der von Anthony Houston auf der Spur bin, kann ich einfach nicht davon ablassen... Wir biegen auf eine prächtige Buchenallee ab, bevor wir auch nur den kleinsten Blick auf Dirleton Castle erhaschen können - schade, ein bisschen Sightseeing wäre doch wirklich nett gewesen. Dafür macht Houston Hall aber auch mächtig viel her. Das klassisch englische Herrenhaus erstreckt sich hinter einem hübschen Rondell und scheint uns sofort in eine andere Zeit zu entführen.
Doch wir kommen kaum dazu, den Anblick auf uns wirken zu lassen, denn schon halten wir ein Stück weit von der großen Eingangstür entfernt. Eine Zumutung bei diesem Jahrhundert-Unwetter. Wir haben kaum den ersten Schritt getan, als wir schon durchnässt sind bis auf... das, was wir eben drunter tragen.

Jetzt aber schnell klopfen und rein da.

KLOPF, KLOPF, KLOPF

Eine ältere, freundlich wirkende Dame öffnet uns die Tür und reißt angesichts unseres offenbar erbärmlichen Auftretens - schließlich gehen sämtliche Wasserreserven des Himmels auf uns nieder - die Augen auf.

"Herzlich Willkommen auf Houston Hall. Kommt doch herein. Machen Sie es sich bequem. Wie wäre es mit einer Tasse Tee? Earl Grey vielleicht? Den trinkt der Laird besonders gern."

Beatrix reißt die Tür auf und führt uns durch ein großes, helles Foyer in einen hübschen, kleinen Salon.

"Aber nicht, dass Sie glauben, ich sei ein Butler! Ich bin keiner! Aber Laird Houston hat Duncan zum Jahresanfang entlassen und nun hab‘ ich auch das noch am Hals. Als wäre ich nicht mit der Küche und dem Haushalt schon genügend ausgelastet. Aber ich habe ihm klar gemacht, was ich davon halte, dass er sich auf Houston Hall isoliert wie eine Auster und seine arme, alte Haushälterin mit all dem allein lässt. Ich habe ihm ein Ultimatum gestellt." Ihre Augen funkeln kampflustig. "Jawohl! Entweder findet er einen Ersatz für Claire – das war das letzte verbliebene Dienstmädchen, müssen Sie wissen – oder ich gehe."

Ein bisschen bedröppelt angesichts des Schwalls an Worten, der aus Beatrix' Mund kommt, starre ich auf den Fußboden und scharre mit den Füßen. Aber Halt! Wir sind ja aus einem bestimmten Grund hier und haben eine Rede vorbereitet: "Danke, dass Sie uns heute hier empfangen. Wirklich ein beeindruckendes Anwesen, in dem Sie hier arbeiten. Aber das klingt ja trotzdem nicht gerade nach einem Traumjob. Ist ihr Arbeitgeber denn so schrecklich, wie man hört?"

"Ach nein. Ich will nicht klagen. Das ziemt sich nicht. Laird Houston ist ein angesehener Anwalt und er hat ein gutes Herz. Irgendwo. Es ist nur…" Sie seufzt schwer und starrt aus dem Fenster. "Vor einem halben Jahr hat er seine gesamte Familie verloren. Das hat ihn verändert. Er wird von Tag zu Tag wunderlicher. Glaubt, dass man auch ihn töten will." Sie beugt sich verschwörerisch zu mir herüber und flüstert: "Ich glaube ja, er gibt sich die Schuld. Er fragt sich, ob er seine Familie hätte retten können, wenn er hier gewesen wäre. Vielleicht wünscht er sich sogar den Tod. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich den jungen Laird von früher vermisse. Es ist nicht gut, dass er sich so isoliert. Gar nicht gut."

Das also ist die Tragödie, von der man nicht nur in dunklen Ecken raunen und munkeln hört. "Das klingt ja fürchterlich! Die ganze Familie wurde getötet?"

Beatrix nickt: "Bis auf den Laird. Er lebte in Edinburgh. Ich denke, deshalb wurde er verschont. Er war schlicht nicht da. Dabei hatte seine Mutter, Gott hab sie selig, immer [gesagt, gedacht?], dass er in Edinburgh gefährlich lebte und hier auf dem Land doch nie etwas passieren würde. Dirleton ist eine so kleine Grafschaft. Das spannendste hier ist heute schon längst nur noch ein Schatten der Vergangenheit."

Jetzt wird es interessant! Also - noch interessanter! "Also war es hier nicht immer so friedlich?"

"Oh, Dirleton hat sein eigenes Castle und dessen Zustand als Ruine zeigt ja deutlich, dass es hier im Mittelalter hoch her ging! Wir hatten sogar Hexen im Ort! Zumindest bis sie verbrannt wurden. Aber wenn man allen Mythen und Legenden der Gegend Glauben schenken würde, dann dürfte man sich gar nicht mehr aus dem Haus trauen. Hexen, Baobhan Sith, Selkies, Kelpies… an Land und zu Wasser: Schottland ist eben gefährlich." Beatrix lacht auf und trinkt rasch einen Schluck Tee.

Hexen, Geister - sowas kennen wir ja. Aber ... "Moment. Was war das alles nach den Hexen?"

"Ach, ihr Festlandeuropäer kennt Euch einfach nicht genug mit der keltischen Mythologie aus. Die Baobhan Sith lassen sich wohl am ehesten als Vampire bezeichnen. Selkies sind Robbenfrauen. Im Meer Robben, an Land Frauen. Und Kelpies? Das sind gewissermaßen Seepferde oder Meerespferde. Sie klingen zwar wie niedliche, kleine Meeresbewohner, sind aber blutdürstige Mischwesen, die vorzugsweise Menschen ins Meer locken, um sie zu ertränken und zu fressen."

Wir haben ja schon so einiges erlebt - aber das? "Fressen?! Das klingt ja gemeingefährlich! Das können Sie doch nicht ernst meinen, Beatrix!"

"Man weiß nie oder? Nur weil wir etwas nicht sehen können, heißt das noch lange nicht, dass es nicht da ist. Ich mag keines dieser Wesen je selbst gesehen haben. Aber ich wäre mir nicht so sicher, ob es sie nicht doch gibt. Die Houstons jedenfalls scheinen sich seit Generationen sehr mit der Geschichte Dirletons zu beschäftigen. Auch wenn der junge Laird davon nichts wissen will."

"Der junge Laird? Wie alt ist Anthony Houston denn?"

Beatrix errötet: "Nun, 38. Aber ich gehe immerhin auf die 70 zu! Aus Ihrer Sicht mag er nicht mehr jung sein, aber aus meiner… Ich kenne ihn seit seiner Geburt. Er wird für mich wohl immer der „junge Laird“ bleiben."

Aber das ist doch nicht alles, oder? Zeit, nachzuforschen: "Auch wenn Sie den jungen Laird jetzt vermissen, weil er sich so verändert hat?"

Beatrix seufzt schwer: "Das schon, das schon. Ich hoffe so sehr, dass er zu seiner alten Art zurückfindet. Am Freitag bin ich einer jungen Dame begegnet, die einen wunderbaren Ersatz für Claire abgeben würde. Ich habe ihr geraten, sich dem Laird bald vorzustellen. Ich kann nur hoffen, dass er sich entschließt, sie einzustellen. Sie ist etwas ganz Besonderes, da bin ich mir sicher. Sie hat etwas von einer richtigen Dame und das, obwohl sie in diesen scheußlichen Jeans herumläuft. Die 60er haben wirklich ein paar schreckliche Modeblüten hervorgebracht." Beatrix winkt ab. "Aber gut. Kleider mögen ja Leute machen, aber in Marys Fall trifft das nicht zu. Die gute Mary Smith ist etwas Besonderes." Die alte Haushälterin nickt wissend. 

Offensichtlich besitzt die Haushälterin eine hervorragende Menschenkenntnis oder steckt doch mehr dahinter? "Kennen Sie denn diese Mary von früher?"

"Nein, sie ist nicht von hier. Gerade erst hergezogen. Aber…" Sie flüstert wieder. "… das ist ja auch das Gute. Denn im Ort ist der Laird nicht gerade … beliebt. Die Leute glauben, dass er besessen ist. Verrückt. In jedem Fall wunderlich. Sie meiden ihn. Manche glauben sogar, dass er etwas mit dem Tod seiner Familie zu tun hat. LÄCHERLICH! Ich kenne meinen Anthony. Er ist die personifizierte Rechtschaffenheit." Beatrix seufzt traurig. "Ich wünsche es ihm so sehr, dass er diese düstere Vergangenheit hinter sich lassen kann. Wenn die Polizei doch nur endlich die Täter finden würde. Niemandes Vergangenheit sollte dessen Gegenwart überschatten."

Die alte Lady wirkt so niedergeschlagen und traurig. Manchmal ist dieses Herumwühlen in anderer Leute Vergangenheit auch eine ziemliche Last - selbst für Leute wie uns. "Wirklich eine tragische Geschichte. Es tut mir leid, wenn ich in alten Wunden gerührt haben sollte."

"Ach, machen Sie sich da mal keine Sorgen. Ich habe ein dickes Fell. Ich will den Jungen doch nur nicht unglücklich sehen." Beatrix leert ihren Tee. "Er hat es verdient."

"Da bin ich mir sicher. Ich hoffe mit Ihnen. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Ich will Sie nun auch nicht länger stören."

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Als wir Houston Hall verlassen, hat sich das Unwetter gelegt. Wir haben so einiges erfahren, aber so vieles ist noch unklar. Was sollte das Gerede von mythischen Wesen? Und was, zum Teufel nochmal, steckt hinter dieser mysteriösen Tragödie, der Anthony Houstons gesamte Familie zum Opfer gefallen ist? Da müssen wir wohl noch so manche Nachforschung anstellen, um wirklich ALLES aufzudecken. 


Ein guter Anfang wäre doch Mary Cronos' neuer Roman "Houston Hall - Schatten der Vergangenheit". Das Buch erscheint am 02.01.2018 als eBook und Print on Demand bei feelings (Droemer Knaur) und bietet nicht nur eine hervorragende Gelegenheit, um Beatrix noch einmal zu treffen, sondern vor allem, um die Geschichte von Anthony und dieser geheimnisvollen Mary hautnah zu erleben. Wer also von meiner heutigen Reise nach Houston Hall noch nicht genug hat, sollte sich unbedingt noch einmal auf die Spuren dieses rätselhaften Ortes begeben. Wer weiß schon, welche Geheimnisse und dunklen Kräfte sich zwischen den Seiten verbergen?

© Mary Cronos
Klappentext:
"Eine spannende, übernatürliche Liebesgeschichte vor der Kulisse Nordenglands – ein Kampf um Leben und Tod und für die eine große Liebe.

Anthony lebt allein auf dem Familienlandsitz Houston Hall in Nordengland, seit seine ganze Familie einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der Tod der Eltern und der geliebten Schwester haben den aufstrebenden Anwalt aus Edinburgh zu einem anderen Menschen gemacht; die Dorfbewohner halten ihn für wunderlich, manche gar für verflucht.
Nachdem er die letzte Haushaltshilfe gefeuert hat, steht überraschend eine junge Frau vor der Tür, die sich auf die Stelle bewirbt: Mary Smith. Mit Mary beginnt Anthony wieder am Leben teilzunehmen und lässt sogar – wenn auch zögerlich – Gefühle zu. Doch er weiß nicht, wen er in sein Herz lässt: Mary weiß um die Wahrheit hinter dem Unglück seiner Familie. Sie weiß um die Monster, die nicht nur sein Leben bedrohen, denn sie stellt sich ihnen schon seit 200 Jahren in den Weg. Als plötzlich eine Totgeglaubte wieder auftaucht, ist Mary sicher, dass er in großer Gefahr schwebt. Nun muss sie kämpfen, um zugleich Houston Hall und ihre Liebe zu Anthony zu retten."



Und bis zum 02.01. habt ihr euch auf unserer Blogtour noch weitere Appetithäppchen holen. Alle Daten und Themen seht ihr auf diesem Bild im Überblick:


Am Release Day, dem 02.01., könnt ihr übrigens ein tolles Goodie Pack von Mary gewinnen, indem ihr den Hashtag #ReiseNachHoustonHall verwendet. Und wer unsere Blogbeiträge besonders aufmerksam gelesen hat und sich an ein kleines Quiz wagt, hat sogar die Chance auf ein signiertes Print oder ein eBook. Ich hoffe jedenfalls, unser kleiner Ausflug heute hat euch gefallen und vielleicht auch Lust auf mehr gemacht ;)


© Texte: Mary Cronos / Svenja Prautsch

1 Kommentare:

Jennifer Siebentaler hat gesagt…

ahhhhhhhhhhhh mega cooler Beitrag der mir super gefällt und das Buch echt geil klingt :-) LG jenny

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